Eines der zentralen Anliegen für "aktiv ZUKUNFT sichern" ist die Sicherung und der nachhaltige Umbau unserer landwirtschaftlichen Betriebe. Hierzu haben wir den Fonds "Erde und Kultur" innerhalb der gemeinnützigen Stiftung Edith Maryon gegründet.


Hintergrund:
Die industriellen Wirtschaftsmetoden haben auch die Landwirtschaftsbetriebe sehr verändert. Es gibt zwar viele Arbeitserleichterungen durch Maschinen und neue Organisationsformen, dennoch werden die negativen Auswirkungen unter dem zunehmenden Wirtschaftsdruck immer grösser. Besonders fällt auf:

  • Die Gesundheit eines "Hoforganismus" leidet unter der zunehmenden Reduzierung von Tier und Pflanzenarten.
  • Der Humus, und damit die Bodenfruchtbarkeit und Wasserspeicherkapazität, hat sich seit Beginn der chemisch- industriellen Anbaumethoden Vielerorts schon mehr als halbiert.
  • Die Pflege von Hecken, Gewässern und Wäldern fällt wegen des Arbeitsdruckes immer mehr in den Hintergrund.
  • Durch zentrale Vermarktungsstrukturen gibt es so gut wie keine Beziehung mehr zwischen den Konsumenten und den Höfen. Ausländische Produkte sind oft interessanter weil sie "billiger" sind. Das Bewusstsein für die Stellung der einheimischen Landwirtschaft, als "Ur-Garant" für Nahrung und Ökonomie ist fast ganz verloren gegangen.
  • Sozial- und Kulturstiftend spielen die immer weniger werdenden und überarbeiteten Landwirtsfamilien in den zunehmend verstädterten Landgemeinden kaum noch eine Rolle.
  • Das "Hofsterben" schreitet nicht nur wegen des finanziellen Druckes weiter, sondern auch weil die junge Generation, unter den oben genannten Schwierigkeiten, oft nicht mehr willig ist einen Hof zu übernehmen.- Wird ein Hof erst einmal nicht mehr von der Familie weitergeführt, bedeutet dies in der Regel das "Aus" des Hofes, da der nun geforderte Verkaufspreis für hofsuchenden jungen Landwirte nicht bezahlbar ist. Die Hofflächen werden dann von immer grösser werdenden "Agra Industrien" übernommen. Die "Landkultur" stirbt aus.

Reglement

I. Errichtung, Name und Zweck des Fonds

Art. 1
Innerhalb der Stiftung Edith Maryon besteht ein Fonds "Erde und Kultur", errichtet auf der Grundlage des Schenkungsvertrages zwischen Uwe Burka, Isabelle Goumaz Burka und der Stiftung Edith Maryon vom 18. Dezember 2014.

Art. 2
Der gemeinnützige Fonds "Erde und Kultur" bezweckt die Förderung und Unterstützung von Entwick-lungen verantwortungsbewusster Beziehungen zwischen Mensch und Natur, vor allem im Bereich der Landwirtschaft. Er vermittelt die Bewusstseins- und Verantwortungsbildung in der Bevölkerung für eine gesunde Landwirtschafts- und Kulturentwicklung.

Zu diesem Zweck fördert der Fonds nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken und Techniken zur Pflege und Verbesserung der natürlichen Fruchtbarkeit des Bodens sowie zur gesunden Entwicklung von Pflanzen und Tieren in Übereinstimmung mit der lokalen Umgebung.

Zur Erfüllung des Zwecks kann der Fonds helfen durch:
- Förderung von sozial-kulturellem Austausch zwischen Landwirten, Nachbarn, Städtern oder anderen Bevölkerungsteilen mit dem Ziel, sich stimulierend zu begegnen und voneinander zu lernen;
- Entwicklung von neuen sozial-ökologischen Bewirtschaftungs- und Vermarktungskonzepten mit betroffenen Landwirten und Konsumenten;
- Förderung und Durchführung von Praktika, Seminaren und Kursen idealerweise auf Bauernhöfen für Interessierte, namentlich Kinder und Jugendliche;
- Erwerb von Bauernhöfen, soweit damit der Zweck des Fonds gefördert wird;
- Führung eines oder mehrerer Bauernhöfe (Versuchs- oder Schulbetrieb) zum Zwecke der Wissenschaft, Forschung und Entwicklung der landwirtschaftlichen Individualität im Sinne des Fondszwecks.

Der Fonds kann zur Verwirklichung seines Zwecks weitere Aktivitäten entfalten sowie mit anderen Organisationen und Personen zusammenarbeiten und diese unterstützen.
Der Fonds ist im In- und Ausland tätig. Der Erwerb von Liegenschaften für den Fonds durch die Stiftung Edith Maryon ist beschränkt auf die Schweiz und das angrenzende Ausland. Der Fonds verfolgt weder Erwerbs- noch Selbsthilfezwecke.